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Aktienbewertung – Wie bewertet man Aktien?

Marc von Marc
20. Januar 2026
in Börsen-Wissen
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Viele Aktionäre streben nach Gewinnen, die nicht nur durch Dividenden, sondern vor allem durch Kursdifferenzen entstehen. Am Ende zählt, ob man Aktien zu einem günstigen Preis gekauft und zu einem höheren Preis verkauft hat. Das Timing spielt dabei eine entscheidende Rolle.

Aktienbewertung bietet eine strukturierte Entscheidungshilfe. Sie fragt, ob der aktuelle Kurs attraktiv ist oder ob bereits viel Erwartung im Preis steckt. Dieses Wissen ermöglicht es, Kaufchancen und Verkaufsniveaus realistisch einzuschätzen, ohne sich ausschließlich auf Bauchgefühl zu verlassen.

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Der Markt zeigt, wie schnell Privatanleger in Fallen geraten können. Es gibt FOMO nach starken Kursläufen, Panik bei Rücksetzern und Werbeversprechen über „Rekordtrades“. Eine saubere Analyse schafft Distanz und unterstützt das eigene Urteil.

Dieser Artikel erklärt die gängigen Verfahren der Aktienbewertung: Fundamentalanalyse und technische Analyse (Chartanalyse). Zentrale Kennzahlen wie KGV, KCV, KBV und KUV werden als Basis genutzt, um Qualität, Wachstum und Risiko einer Aktie zu bewerten.

Unternehmensveröffentlichungen wie Jahres- und Quartalsberichte, Bilanz und Cashflow-Rechnung sind wichtige Ausgangspunkte für belastbares Wissen. Marktinformationen aus etablierten Research-Umfeldern, wie Commerzbank „Märkte, Kurse & Analysen“, helfen, Bewertungen im Kontext von Branche, Zinsen und Konjunktur zu prüfen.

Wichtigste Erkenntnisse

  • Rendite entsteht häufig stärker über Kursgewinne als über Dividenden.
  • Aktienbewertung hilft, Kauf- und Verkaufsentscheidungen sachlich zu prüfen.
  • Strukturierte Analyse senkt das Risiko emotionaler Fehlentscheidungen an der Börse.
  • Fundamentalanalyse und Chartanalyse sind die zwei wichtigsten Analysewege.
  • Kennzahlen wie KGV, KCV, KBV und KUV liefern messbare Anhaltspunkte für den „Preis“ einer Aktie.
  • Belastbares Wissen kommt aus Geschäftsberichten und seriösen Research-Quellen.

Grundlagen: Definition, Erklärung und Wissen rund um die Aktienbewertung an der Börse

Die Aktienbewertung ist ein systematisches Verfahren, um Chancen und Risiken besser zu verstehen. Es basiert auf der Sammlung von Daten, der Prüfung von Annahmen und dem Vergleich der Ergebnisse. So wird aus Bauchgefühl eine nachvollziehbare Entscheidung für „kaufen, halten oder verkaufen“.

An der Börse entsteht Rendite aus Dividenden und Kursdifferenzen. Der Aktienkurs zeigt den aktuellen Marktpreis, nicht den inneren Wert. Die Bewertung setzt den beobachteten Preis gegen einen geschätzten Unternehmenswert ab.

Der Aktienkurs wird durch Angebot und Nachfrage bestimmt, oft im Minutentakt. Nachrichten können die Bewegungen verstärken. Dies erklärt die Volatilität und warum ein einzelner Kurspunkt nicht als Entscheidungsbasis ausreicht.

Kauf- und Verkaufsaufträge im Handel laufen gegeneinander ab. Der Kurs setzt sich durch, zu dem am häufigsten gehandelt wird. Der Verlauf wird im Chart sichtbar und dient später als Material für Auswertungen.

Unternehmensdaten werden herangezogen, um den Marktpreis zu korrigieren. Pflichtveröffentlichungen wie Jahres- und Quartalsberichte liefern die Grundlage. In Deutschland sind diese Angaben öffentlich und wichtig für Investoren.

Informationsbaustein Was er misst Warum er für Bewertung relevant ist Typische Quelle im Reporting
Anzahl ausgegebener Aktien Stückzahl der Anteile am Unternehmen Ermöglicht die Einordnung von Marktkapitalisierung und Anteilsverwässerung Anhang im Geschäftsbericht, Kapitalstruktur
Eigenkapital Substanz und Puffer gegenüber Verlusten Hilft, Stabilität und finanziellen Spielraum abzuschätzen Bilanz, Eigenkapitalspiegel
Schulden und Verbindlichkeiten Finanzierungsrisiko kurz- und langfristig Beeinflusst Risiko, Zinslast und Krisenfestigkeit Bilanz, Lagebericht
Gewinn bzw. Jahresüberschuss Ertragskraft im Zeitraum Wichtig für die Ableitung vieler Kennzahlen und Erwartungsmodelle GuV, Segmentbericht
Cashflow Zahlungsstrom aus dem Geschäft Zeigt, ob Erträge auch als Liquidität ankommen Kapitalflussrechnung
Dividende Ausschüttung an Aktionäre Relevanter Renditebaustein neben Kursgewinnen Dividendenvorschlag, Hauptversammlungsbeschluss

Zur Einordnung gehört auch das Umfeld: Wettbewerb, Marktstellung und Konjunktur beeinflussen Umsatz und Marge. In Österreich gelten ähnliche Logiken wie in Deutschland. Doch Handelsliquidität und Berichtspraxis können sich unterscheiden. Wer an der Börse vergleicht, sollte diese Nuancen beachten, bevor er den Unternehmenswert ableitet.

Methoden der Aktienanalyse: Fundamentalanalyse und technische Analyse (Chartanalyse)

Beim Aktienhandel greifen Investoren auf zwei Hauptmethoden zurück: Fundamentalanalyse und technische Analyse. Beide versuchen, den Wert eines Aktiens zu erklären. Das Ziel ist, fundiertes Wissen zu erlangen, um unter Unsicherheit fundierte Entscheidungen treffen zu können.

Die Fundamentalanalyse konzentriert sich auf den „inneren Wert“ eines Unternehmens. Sie analysiert Geschäftsberichte, Cashflows und Bilanzrelationen. Auch regulatorische Dokumente wie SEC-Filings spielen eine Rolle. Wenn der geschätzte Wert über dem Marktpreis liegt, sehen manche Investoren Chancen für eine Wertsteigerung. Ein Wert unter dem Marktpreis könnte als Herausforderung angesehen werden.

Weiche Faktoren wie Marktstellung und Produktqualität sind ebenfalls wichtig. ESG-Kriterien werden zunehmend in die Bewertung einbezogen. Dies ermöglicht eine umfassendere Betrachtung des Unternehmens, die über Zahlen hinausgeht.

Die Chartanalyse konzentriert sich auf den Kurs selbst. Sie nutzt historische Preis- und Volumenverläufe, um zukünftige Bewegungen vorherzusagen. Trader nutzen diese Methode oft für Timing-Entscheidungen.

Die Wahl zwischen Fundamentalanalyse und Chartanalyse hängt vom Anlagehorizont ab. Langfristige Strategien setzen oft auf fundamentale Ansätze, während kurzfristige Entscheidungen häufig auf Chartanalysen basieren. Manche Investoren nutzen Top-down-Ansätze, die sich auf Zinsen und Branchenzyklen konzentrieren.

Merkmal Fundamentalanalyse technische Analyse / Chartanalyse
Zielbild Fairer Wert als Referenz für Über- oder Unterbewertung Wahrscheinlichkeiten für Kursbewegungen aus dem Chart ableiten
Datenbasis Abschlüsse, Geschäftsberichte, Cashflows, Guidance, SEC-Filings (z. B. 10‑Q) Kurs, Volumen, Trends, Unterstützungen/Widerstände, Volatilität
Typischer Horizont Mehrere Jahre, oft Value- oder Qualitätsfokus Tage bis Monate, häufig für Timing im Handel
Stärken Verknüpft Preis mit Ertragskraft und Geschäftsmodell; schafft strukturiertes Wissen Macht Marktpsychologie sichtbar; klare Signale für Einstiegs- und Ausstiegszonen
Typische Grenzen Annahmen zur Zukunft können stark variieren; zwei Analysen können widersprechen Signale funktionieren nicht in jedem Marktregime; Fehlsignale bei Seitwärtsphasen

Es gibt keine allgemeingültige Methode in der Aktienanalyse. Klassische Ansätze wie Benjamin Graham, Warren Buffett und Peter Lynch bieten Orientierung. Doch in der Praxis zeigt sich, dass die eigene Prüfung entscheidend ist. Laute Versprechen oder einzelne „Fundstücke“ sind nicht ausreichend.

Aktienbewertung mit Kennzahlen: KGV, KCV, KBV, KUV, Cashflow, Verschuldung und Dividende

Um Unternehmen an der Börse zu vergleichen, sind klare Kennzahlen unerlässlich. KGV, KCV, KBV und KUV vereinfachen komplexe Daten. Doch keine Kennzahl ersetzt den tiefen Einblick in Geschäftsmodell, Branche und Wirtschaftszyklus.

Die Einordnung von Kennzahlen ist ebenso wichtig. Marktkapitalisierung, Liquidität und Verschuldungsgrad beeinflussen den Kurs. In Deutschland und Österreich sind diese Faktoren entscheidend, obwohl Marktbreite und Handelstiefe variieren.

KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis): Definition, Aussagekraft und Grenzen

Das KGV berechnet sich aus Kurs und Gewinn je Aktie. Ein KGV von 5 bedeutet, der Kurs würde 5 Jahre Gewinne ausgeben. Ein KGV von 22 würde mehr als 22 Jahre benötigen. Beim aktuellen Kurs von 38,38 € und einem Gewinn von 1,70 € pro Aktie liegt das KGV bei 22,58.

Die Grenzen des KGVs liegen bei schwankenden Gewinnen und Schätzungen. Unternehmen berichten oft über verschiedene Gewinnarten. Daher ist es wichtig, mehrere Jahre zu vergleichen.

KCV (Kurs-Cashflow-Verhältnis): Liquidität und Ertragskraft besser greifbar machen

Das KCV misst Kurs und Cashflow je Aktie. Der Cashflow gibt Einblicke in Liquidität und Finanzkraft. Zum Beispiel: 38,38 € / 6,55 € Cashflow je Aktie = 5,86.

Bei der Vergleichsdisziplin sind verschiedene Cashflow-Basiswerte zu beachten. Ein sauberer Vergleich nutzt daher dieselbe Basis für alle Kandidaten.

KBV (Kurs-Buchwert-Verhältnis): Substanz, Eigenkapital und „fairer“ Preis

Das KBV berechnet sich aus Kurs und Buchwert je Aktie. Der Buchwert basiert auf Eigenkapital und Anzahl der Aktien. Beispielsweise: 38,38 € / 44,44 € ergibt ein KBV von 0,87.

Ein KBV unter 1 könnte bedeuten, der Kurs liegt unter dem bilanziellen Eigenkapital. Ein KBV über 1 zeigt, der Markt setzt auf zukünftige Erträge. In beiden Fällen ist die Bilanzqualität und Vermögensstruktur zu prüfen.

KUV (Kurs-Umsatz-Verhältnis): Sinnvoll bei schwankenden Gewinnen oder jungen Unternehmen

Das KUV misst Kurs und Umsatz je Aktie. Beispiel: 38,38 € / 161,47 € Umsatz je Aktie = 0,24. Dies ist nützlich, wenn Gewinne schwanken oder bei Start-ups.

Bei Start-ups ist der Umsatz oft wichtiger als der Gewinn. KUV hilft, ohne Profitabilität aus dem Blick zu verlieren.

Weitere Kennzahlen, die die Bewertung abrunden

Investoren ergänzen KGV, KCV, KBV und KUV oft mit Marktkapitalisierung, Verschuldungsgrad und Dividendenrendite. Marktkapitalisierung und Verschuldungsgrad zeigen Hebelwirkung und Finanzkraft unabhängig vom Kurs. Dividendenrendite zeigt Ausschüttungsverhalten und Cashflow.

Die Dividendenrendite reagiert direkt auf Kursbewegungen. Sie ist besonders nützlich bei reifen Unternehmen. In weniger liquiden Märkten beeinflusst Streubesitz die Handelbarkeit.

Kennzahl Definition / Rechenlogik Beispiel mit 38,38 € Starke Aussage, wenn … Typische Grenze
KGV Aktienkurs / Gewinn je Aktie 38,38 / 1,70 = 22,58 Gewinne stabil sind und die Vergleichsgruppe ähnlich bilanziert Gewinne schwanken; Sondereffekte verzerren die Erklärung
KCV Aktienkurs / Cashflow je Aktie (Kurs-Cashflow-Verhältnis) 38,38 / 6,55 = 5,86 Zahlungsströme die Ertragskraft und Liquidität gut abbilden Unterschiedliche Cashflow-Basis senkt Vergleichbarkeit
KBV Aktienkurs / Buchwert je Aktie; Buchwert = Eigenkapital / Aktien 38,38 / 44,44 = 0,87 Bilanzstruktur relevant ist, etwa bei Banken oder Industrie Stille Reserven und immaterielle Werte werden teils nur begrenzt sichtbar
KUV Aktienkurs / Umsatz je Aktie; alternativ Marktkapitalisierung / Umsatz 38,38 / 161,47 = 0,24 Gewinne zyklisch sind oder Start-ups noch im Aufbau investieren Umsatz sagt wenig über Margen und Preisqualität aus
Verschuldungsgrad Fremdkapital / Eigenkapital × 100 Zeigt Hebelwirkung unabhängig vom Tageskurs Zinsniveau und Refinanzierung entscheidend sind Bilanzpositionen und Leasing können die Sicht verzerren
Dividendenrendite Jährliche Dividende / Kurs Reagiert direkt auf Kursbewegungen Ausschüttungen planbar und Cashflow robust ist Hohe Rendite kann auch Risiko oder sinkende Erwartungen bedeuten

Fazit

Aktienbewertung geht über den Kurs hinaus. An der Börse treffen Stimmung und Zahlen aufeinander. Dies schafft Risiken, wenn man Bilanz, Cashflow und Geschäftsmodell vernachlässigt. Eine klare Erklärung der Preisfaktoren schafft stabiles Wissen.

Es ist entscheidend, die richtigen Methoden zu wählen. Fundamentalanalyse und Chartanalyse messen unterschiedliche Aspekte. Langfristig fokussiert man auf Qualität, Ertragskraft und Wettbewerbsposition. Kurzfristig zählen Muster, Volumen und Markttechnik.

Kennzahlen wie KGV, KCV, KBV und KUV sind nur im Kontext nützlich. Im Vergleich zu anderen Branchen und im Zeitverlauf zeigen sie Trends. Einzelne Stichtage können durch Sondereffekte oder zyklische Gewinne beeinflusst werden.

Für Anleger in Deutschland ist die Rechenlogik wichtig, aber das Umfeld zählt auch. In Österreich sollte man Liquidität, Streubesitz und Marktbreite bedenken. So wird aus Daten eine Erklärung und aus Wissen eine fundierte Aktienbewertung.

FAQ

Was bedeutet Aktienbewertung – und was ist die Definition von Aktienanalyse?

Aktienbewertung, auch bekannt als Aktienanalyse, ist ein Prozess, um den Wert einer Aktie zu bestimmen. Ziel ist es, fundierte Entscheidungen zu treffen. Dazu werden Zahlen, Annahmen und Marktinformationen herangezogen.

Warum wollen viele Aktionäre „günstig kaufen und teurer verkaufen“?

Viele Aktionäre streben nach Rendite. Sie hoffen, durch den Kauf zu niedrigeren Preisen und den Verkauf zu höheren Preisen Gewinne zu erzielen. Dieser Ansatz basiert auf den Kursdifferenzen.

Wozu dient die Aktienbewertung als Entscheidungshilfe?

Die Bewertung hilft, den richtigen Zeitpunkt für den Kauf oder Verkauf zu bestimmen. Sie vergleicht den Marktpreis mit dem geschätzten Unternehmenswert. Dies dient als Orientierungshilfe, nicht als Garantie.

Was ist der Unterschied zwischen Aktienkurs und Unternehmenswert?

Der Aktienkurs ändert sich oft schnell und ist volatil. Der Unternehmenswert hingegen basiert auf dauerhaften Daten wie Bilanz und Cashflow.

Wie funktioniert Kursbildung an der Börse praktisch?

Kauf- und Verkaufsorders werden kombiniert, um den Kurs zu bestimmen. Der Kurs wird im Chart dokumentiert. Dies dient als Grundlage für spätere Analysen.

Warum reicht der Aktienkurs allein nicht als Entscheidungsgrundlage?

Der Kurs kann schnell schwanken, oft durch Nachrichten. Daher sind Unternehmensdaten wie Gewinn und Cashflow wichtiger für eine fundierte Bewertung.

Welche Datenquellen sind seriös für die Recherche – auch in Österreich?

In Österreich sind Unternehmensveröffentlichungen wie Jahresberichte wichtig. Marktübersichten und Analysen aus Banken ergänzen diese Informationen.

Welche Unternehmensangaben werden für eine Aktienbewertung typischerweise benötigt?

Wichtige Daten sind Unternehmensgröße, Eigenkapital, Schulden, Jahresüberschuss und Cashflow. Diese helfen, Ertragskraft und Risiken besser zu verstehen.

Was ist Fundamentalanalyse – und was bedeutet „innerer Wert“?

Die Fundamentalanalyse schätzt den inneren Wert einer Aktie. Ein hoher Wert kann als Kaufsignal gelten, ein niedriger als Hinweis auf Überbewertung.

Welche Rolle spielen qualitative Faktoren und ESG in der Fundamentalanalyse?

Qualitative Faktoren wie Geschäftsmodell und Management sind wichtig. ESG-Kriterien helfen, Risiken und Chancen zu bewerten.

Was ist technische Analyse (Chartanalyse) – und wofür wird sie genutzt?

Die technische Analyse nutzt historische Kursverläufe. Sie hilft, zukünftige Bewegungen vorherzusagen, vor allem für kurzfristige Handelsentscheidungen.

Welche Methode passt zu welchem Anlagehorizont?

Langfristig eignet sich die Fundamentalanalyse, während die Chartanalyse für kurzfristige Anlageentscheidungen besser geeignet ist.

Was bedeutet Top-down und Bottom-up bei der Aktienanalyse?

A: Top-down beginnt mit dem Makrobild und geht zu den Einzelwerten. Bottom-up startet beim Unternehmen und integriert es in den Markt.

Welche bekannten Investorenansätze helfen bei der Einordnung – ohne Handlungsanweisung?

Benjamin Graham betont Sicherheitsmarge und Wertorientierung. Warren Buffett konzentriert sich auf Qualität und Cashflow. Peter Lynch fördert Wachstum bei vernünftigen Preisen.

Warum können zwei Analysten trotz gleicher Daten zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen?

Unterschiedliche Annahmen und Bewertungsmodelle führen zu unterschiedlichen Bewertungen. Deshalb ist eigenständige Prüfung wichtig.

Was ist das KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis) – und wie lautet die Erklärung der Formel?

A: KGV ist der Aktienkurs geteilt durch den Gewinn je Aktie. Ein niedrigeres KGV deutet auf mehrere Jahre Gewinn hin.

Wie sieht eine KGV-Beispielrechnung aus?

Beispiel: 38,38 € Kurs / 1,70 € Gewinn je Aktie = KGV 22,58. Dies ist eine Momentaufnahme, die im Vergleich zu anderen Jahren zu bewerten ist.

Wo liegen die Grenzen des KGV?

KGVs können durch Schwankungen in den Gewinnen verzerrt sein. Vergleich mit früheren Jahren hilft, diese Schwankungen zu berücksichtigen.

Was bedeutet EPS – und warum gibt es „verwässert“ und „unverwässert“?

EPS ist der Gewinn je Aktie. Unternehmen berichten oft unverwässerte und verwässerte Werte, um Vergleichbarkeit zu erhöhen.

Was ist das KCV (Kurs-Cashflow-Verhältnis) – und warum nutzen es viele Anleger?

A: KCV ist der Aktienkurs geteilt durch den Cashflow je Aktie. Es hilft, Liquidität und Ertragskraft besser zu verstehen.

Wie wird das KCV berechnet – mit Beispiel?

Beispiel: 38,38 € / 6,55 € Cashflow je Aktie = 5,86. Wichtig ist, dass die gleiche Cashflow-Basis verwendet wird.

Was ist das KBV (Kurs-Buchwert-Verhältnis) – und was sagt ein Wert unter 1 aus?

A: KBV ist der Aktienkurs geteilt durch den Buchwert je Aktie. Ein KBV unter 1 kann auf Bewertung unter dem Buchwert hinweisen.

Wie sieht eine KBV-Beispielrechnung aus?

Beispiel: 38,38 € / 44,44 € = 0,87. Dies kann auf Substanz hinweisen, ist aber ohne weitere Daten nicht aussagekräftig.

Was ist das KUV (Kurs-Umsatz-Verhältnis) – und wann ist es besonders sinnvoll?

A: KUV ist der Aktienkurs geteilt durch den Umsatz je Aktie. Es ist nützlich, wenn Gewinne schwanken, besonders bei jungen Unternehmen.

Wie lautet eine KUV-Beispielrechnung?

Beispiel: 38,38 € / 161,47 € Umsatz je Aktie = 0,24. Der Branchenvergleich ist entscheidend.

Was ist Marktkapitalisierung – und warum verändert sie sich ständig?

Die Marktkapitalisierung ist der Aktienkurs mal Anzahl ausgegebener Aktien. Sie ändert sich, da der Kurs sich ständig ändert.

Was sagt der Verschuldungsgrad (Debt-to-Equity) aus?

Der Verschuldungsgrad zeigt das Verhältnis von Fremdkapital zu Eigenkapital. Hohe Werte erhöhen das Risiko, können aber auch Wachstum beschleunigen.

Was ist die Eigenkapitalquote – und wie wird sie berechnet?

Die Eigenkapitalquote ist Eigenkapital geteilt durch Gesamtkapital. Ein niedrigeres Verhältnis kann auf Risiken hinweisen.

Was bedeuten EBIT und EBITDA – und wofür nutzt man die Margen?

A: EBIT und EBITDA sind wichtige Kennzahlen. Sie helfen, internationale Vergleiche zu treffen, da Steuern und Finanzierung variieren.

Was ist die Dividendenrendite – und wie wird die Dividende beschlossen?

Die Dividendenrendite ist die jährliche Dividende geteilt durch den Aktienkurs. Eine stabile Dividendenpolitik zeigt Ertragskraft.

Was bedeutet Streubesitz (Free Float) – und warum ist er wichtig?

Der Streubesitz ist der Anteil frei handelbarer Aktien. Ein hoher Streubesitz fördert Liquidität, ein hoher Anteil von Großaktionären Stabilität.

Welche weiteren Kennzahlen runden die Bewertung ab?

A: ROIC, ROA, Eigenkapitalrendite und Umsatzwachstum sind weitere wichtige Kennzahlen. Sie helfen, ein umfassendes Bild der Bewertung zu erhalten.

Was sollten Anleger in Deutschland und Österreich bei der Einordnung zusätzlich beachten?

Die Rechenlogik ist ähnlich, doch Marktumfeld und Liquidität können variieren. In Österreich ist die Handelbarkeit oft von Streubesitz und Markttiefe abhängig.

Wie hilft strukturierte Aktienanalyse gegen typische Privatanleger-Fehler?

Eine klare Vorgehensweise reduziert emotionale Entscheidungen. Durch systematische Prüfung von Bilanz und Kennzahlen kann man eigenständig urteilen.
Tags: börsebörsenbegriffebörsenwikibörsenwissen
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Marc

Marc

Marc ist Finanzredakteur mit Schwerpunkt Kapitalmärkte, Unternehmensanalyse und wirtschaftspolitische Entwicklungen. Er beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Börsenmechanismen, Bewertungsmodellen und makroökonomischen Zusammenhängen und legt besonderen Wert auf eine sachliche, faktenbasierte Einordnung. Seine Beiträge im Finanz-Journal verbinden analytische Tiefe mit klarer Sprache. Komplexe Finanz- und Rechtsthemen bereitet er strukturiert auf – mit dem Ziel, Leserinnen und Leser in die Lage zu versetzen, wirtschaftliche Entwicklungen eigenständig zu bewerten und fundierte Entscheidungen zu treffen.

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